Die Bliesmühle

Der Standort der Bliesmühle war zwischen 1825 und 1869 einer der zahlreichen Fertigungsstätten der „Fayencerie“ von Saargemünd. In der Mühle, in der heute ein Museum für Keramiktechniken untergebracht ist, befanden sich früher alle zur Herstellung der Keramikmasse erforderlichen Maschinen. Das Haus, in dem im 19. Jahrhundert der Fabrikdirektor mit seiner Familie wohnte, dient heute als Empfangsgebäude. Hinter der Mühle sind zwischenzeitlich viele der Werkstätten und Lagerflächen verschwunden. Die Natur hat sich auf diesen Ruinen wieder breit gemacht. Aus dieser Ansammlung von Pflanzen und Steinen ist der Garten der „Fayenciers“ entstanden, den der Landschaftsarchitekt Philippe Niez entworfen hat.

das Museum

 

Im Laufe der Jahre hat die Stadt Saargemünd eine bedeutende
Sammlung von Maschinen und Spezialhandwerkzeug der
Keramikindustrie zusammengetragen. Die Gestaltung der beiden
Etagen der Bliesmühle entspricht der eines «AmbienteMuseums
» :
hier stehen Stapeln mit Tellern vor der Bemalung, dort müssen noch
ein Paar Krüge trocknen vor der Brennung... Das ganze bietet einen
Überblick über die Bearbeitungsmethoden der Keramikkunst im 19.
und 20. Jahrhundert.


Erste Etage

Im Museum der Fayencetechnik sind es die Maschinen, die den Inhalt des Museums vorgeben. Sie erlauben es (dem Besucher) den Prozess der Fayenceherstellung zu verstehen: Von der Vorbereitung der benötigten Materialien bis zum letzten Brennen der Gegenstände.
Die erste Etage ist den Techniken der Vorbereitung der Rohmasse und der Technik der Modellierung bis zum Erhalt des „Biskuits“ gewidmet. Dieser Ausdruck bezeichnet ein keramisches Produkt, das ohne Glasur bei höchsten Temperaturen gebrannt wird.
Hier werden die ersten Materialien ausgestellt, die dann in die Zusammenstellung der Keramikrohmasse und deren Bearbeitung kommen. Außerdem die verschiedenen Möglichkeiten diese Rohmasse zu benutzen: Deren Formung, deren Einkerbung und die Herstellung von Schablonen. Hier findet sich auch eine Rekonstruktion der Öffnung eines Viertunnelofens zur Brennung der Objekte.


Zweite Etage

In der zweiten Etage werden die unterschiedlichen dekorativen Techniken der Fayencen nachvollzogen: Von der rein handwerklichen Methode bis zur industriellen Fertigung. Die einzelnen Arbeitsstationen sind wiederhergestellt und der Besucher entdeckt ein Atelier der Kunst sowie ein Labor. Diese beiden Stationen werden mit Inschriften in Form einer speziellen Bühnenmalerei dargestellt.
Der Besuch der Mühle erlaubt den Zutritt in die Welt des Dekors und ebenfalls einen Blick in die soziale Dimension, die oft wenig bekannt ist. Das Brummen der sich angeschalteten Turbinen im Fluss, die Allgegenwart der ehemaligen Arbeiter auf überdimensionalen Fotos, die Zitate oder eher sonoren Berichte tragen dazu bei dem Platz, der durch die Technik dominiert wird, eine Seele zu geben.

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